«Ich bin nicht kreativ.» Diesen Satz höre ich immer wieder. Die meisten Menschen sind gut darin, im Alltag zu funktionieren. Für Kreativität bleibt da wenig Platz. Viele halten Kreativität gar für einen Luxus, den sie sich aus zeitlichen oder finanziellen Gründen nicht leisten können.
Kreativität gehört nicht zu den Bereichen, welche die Gesellschaft zuerst fördert. Intelligenz oder strategisches und analytisches Denken haben meistens einen höheren Stellenwert und haben darum Priorität, wenn es um Erziehung und Bildung geht. Kein Wunder, warum Kreativität vielen Menschen schwerfällt.
Gleichwohl kann Kreativität dabei unterstützen, einen Ausgleich zu finden und zu entspannen. Denn Kreativität hilft beispielsweise, neue Ideen oder Lösungen zu entwickeln. Außerdem verbessert eine künstlerische Tätigkeit die motorischen Fähigkeiten und führt zu Selbsterkenntnis, sofern man dadurch Emotionen ausdrückt und verarbeitet. Trotz aller Vorzüge finden viele Menschen keinen Zugang zu ihrer Kreativität oder sind gehemmt darin.
Warum Kreativität vielen Menschen schwerfällt, erfährst Du im Folgenden.
Standardisierung
Das Bildungssystem sieht vor, dass wir Fakten auswendig lernen und an der Prüfung wiedergeben. Rotstift und Noten bewerten anhand einer Skala, was richtig und was falsch ist und wer im direkten Vergleich wie gut abschneidet.
Kreative und eigenständige Ideen zu entwickeln, steht nur bedingt auf dem Lehrplan. Kreative Fächer wie Kunst, Musik, Handwerk und Handarbeit sind sekundär.
Wirtschaftlicher Druck
In der Arbeitswelt geht es oft darum, effizient und produktiv zu sein, feste Abläufe einzuhalten oder vorgegebene Aufgaben zu erledigen. Kreative, unerprobte Ideen stellen ein unnötiges Risiko dar. Dafür lohnt es sich in der Regel nicht, Zeit, Geld und andere Ressourcen zu investieren.
Kreativität, Experimentierfreude und Innovationskraft sind darum nicht in allen Berufen gefragt. Allenfalls in der Forschung, Technologie oder in den Künsten.
Dass sich die Gesellschaft größtenteils an wirtschaftlichen Werten und Anforderungen orientiert, ist einer der Hauptgründe, warum Kreativität vielen Menschen schwerfällt.
Träume sind Schäume
Von klein auf lernen wir, realistisch zu sein und auf dem Boden der Tatsachen zu bleiben. Sicherheit und Strukturen sind erstrebenswert. Tagträumerei und imaginäre Freunde sind Flausen, die Kinder irgendwann verlernen. Denn die Gesellschaft konditioniert unseren Verstand, in logischen Bahnen zu denken und alles «Unrealistische» von vornherein auszuschließen.
Kein guter Nährboden für Kreativität. Auch wenn nicht jeder Geistesblitz einen Sinn ergibt, brauchen originelle Ideen Neugierde und Unvoreingenommenheit, um zu reifen.
Stress gehört zum Alltag
Die meisten Menschen führen ein aktives Leben. Berufliche und familiäre Verpflichtungen, Freizeitaktivitäten und permanente Stimulation führen dazu, dass wir kaum zur Ruhe kommen. Selbst wenn wir für einen Moment nichts tun, bleiben die Gedanken aktiv und spielen alle möglichen Szenarien durch.
Kreativität entspringt oft einem Zustand der Stille und Entspannung. Faulenzen wird in der Gesellschaft jedoch nicht gerne gesehen. Faulheit gilt gar als christliche Todsünde. Alltagsstress ist ein häufiger Grund, warum Kreativität vielen Menschen schwerfällt.
Bloß nicht auffallen
Gesellschaftliche Normen geben uns Halt und Orientierung. Sie sorgen jedoch auch dafür, dass wir uns anpassen und nach anderen ausrichten. Die meisten Menschen sind es nicht gewohnt, aus der Masse herauszustechen. Sie haben Angst, mit ihren «verrückten» Ideen anzuecken. Warum die Blicke anderer unnötigerweise auf sich ziehen? Im schlimmsten Fall ernten wir Kritik oder Ablehnung. Also lieber mit dem Strom fließen.
Doch bedeutet Kreativität manchmal gerade, Neues zu erschaffen oder aus Vorgegebenem etwas Originelles zu gestalten. Die Reaktion anderer ist nicht vorhersehbar.
Die Liste der genannten Gründe ist nicht vollständig. Dennoch verdeutlicht sie im Kern, warum Kreativität vielen Menschen schwerfällt. In der Gesellschaft ist Kreativität sekundär. Darum schult sie uns nicht besonders darin, kreativ zu sein. Für viele Menschen kann Kreativität jedoch eine wichtige Ressource darstellen.
Möchtest Du Deine Kreativität leben, weißt jedoch nicht wie? In diesem Beitrag findest Du ein paar einfache Übungen, wie Du Deine Kreativität im Alltag fördern kannst.